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Festverzinsliche Wertpapiere

Anleihen, Obligationen, Schuldverschreibungen und Pfandbriefe sind Begriffe für Wertpapiere, die dem Sparer für eine feste Laufzeit einen festen Zins garantieren.

Sie bringen im vergleich zum Sparbuch rund 2,0 und zum Festgeld meist 0,5 bis 1,5 Prozent höhere Zinsen. Ausgegeben werden die festverzinslichen Wertpapiere vom Bund (Bundeswertpapiere), einzelnen Bundesländern (Landesanleihen), Kommunen (Kommunalobligationen), Banken (Inhaberschuldverschreibungen) und Unternehmen (Industrieanleihen) - praktisch als Schuldschein für den Kredit, den sich die jeweilige Institution beim Anleger beschafft. Sie haftet dafür mit ihrem ganzen Vermögen. Deshalb sind solche Papiere sehr sicher. Vorsicht jedoch bei Auslandsanleihen. Hier ist die Qualität des Schuldners oft längst nicht so gut.

In Zeiten niedriger Zinsen gibt es 3,0 bis 6,0 Prozent Rendite im Jahr. Je länger Sie anlegen, desto mehr Zinsen sind drin, je größer sind auch die Kursschwankungen bis zur Endfälligkeit. In jedem Falle ist Ihnen der Zins, der an Ihrem Kauftag gilt, auch für die gesamte Laufzeit bis zur Endfälligkeit sicher. Nur wenn Sie die Papiere vorzeitig verkaufen wollen, ist Vorsicht geboten: Sie werden dann zum aktuellen Tageskurs zurückgenommen, der durchaus unter Ihrem Kaufkurs (dies bedeutet Kursverluste) oder darüber (dies bedeutet Kursgewinne) liegen kann.

Vielfach sind Festverzinsliche schon von 50 € aufwärts zu haben: Bundesschatzbriefe, Bundesobligationen, Pfandbriefe, Kommunalobligationen und Bankschuldverschreibungen. Industrieanleihen gibt es meist ab 500 €, Inhaberschuldverschreibungen der Landesbanken häufig erst ab 2500 €. Die Laufzeit beträgt zwischen einem und 30 Jahren, muss jedoch nicht ausgeschöpft werden. Spätestens drei Monate, nachdem die Papiere auf den Markt gekommen sind, besteht in aller Regel die Chance des täglichen Wiederverkaufs (Ausnahmen: Finanzierungsschätze, Bundesschatzbriefe). Der vorzeitige Verkauf von börsenfähigen Anleihen ist über die Bank täglich möglich, kostet aber 0,5 Prozent der Anlagesumme als Spesen. Der Kauf neuer Papiere ist kostenlos.

Festverzinsliche Wertpapiere können bei jeder Bank gekauft werden. Optimal sind Bundeswertpapiere (siehe nächster Abschnitt). Vorsicht dagegen bei Inhaberschuldverschreibungen von Privatbanken: Anders als bei Sparkassen und Volksbanken sind die Ersparnisse dieser Anlageform bei einem Bankkonkurs nicht abgesichert.

Der auf Sicherheit bedachte Anleger muss sein Geld also nicht unbedingt dem Staat anvertrauen, sondern kann es auch einem Bundesland, einer Stadt, Bank oder großen Firma geben. Zu einem festen Zeitpunkt im Jahr werden die Zinsen ausgeschüttet (kommen aufs Girokonto). Eine Wiederanlage des Ertrages, die den Zinseszinseffekt erhöhen würde, ist bei börsennotierten festverzinslichen Wertpapieren nicht möglich.

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